Ladinische Sprache bei Olympischen Winterspielen 2026 weiterhin nicht offiziell berücksichtigt
Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo (Italien) bleibt die ladinische Sprache weiter ohne offizielle Berücksichtigung. Obwohl Cortina d’Ampezzo mitten im ladinischen Siedlungsgebiet liegt, spiegelt sich die Präsenz der autochthonen Minderheit bislang nicht in der offiziellen Kommunikation der Spiele wider.

Als Reaktion darauf hat die NKS-Mitgliedsorganisation Union Generela di Ladins dles Dolomites eine Informations- und Aktionskampagne gestartet. Ziel ist es, Medien, Athletinnen und Athleten sowie das internationale Publikum auf die ladinische Sprache, Kultur und Lebensrealität aufmerksam zu machen.

Die Bevölkerung in Cortina d’Ampezzo wurde dazu aufgerufen, während der Olympischen Spiele ladinische Fahnen an öffentlichen und privaten Gebäuden zu hissen. Dieser Aufruf sei von der lokalen Bevölkerung in großer Zahl aufgegriffen worden, so die Union Generela di Ladins.
Zudem wurden mehrsprachige ladinische Mini-Wörterbücher mit sportlicher Terminologie erstellt. Diese enthalten Übersetzungen ins Deutsche, Italienische, Englische, Französische und Spanische und werden an Journalistinnen und Journalisten sowie an Mannschaftsbegleitungen verteilt. Darüber hinaus würden an den Wettkampfstätten Plakate auf Ladinisch und Englisch angebracht, die sowohl als Willkommensgruß dienten als auch auf die ladinische Wirklichkeit hinwiesen.
Über einen QR-Code auf den Plakaten ist der Kurzfilm „Ladinia“ abrufbar, der Informationen zur Geschichte, Sprache, zum Siedlungsgebiet sowie zu aktuellen Herausforderungen der Dolomitenladiner vermittelt.

Die Arbeitsgemeinschaft NKS in der FUEN hatte bereits zuvor gefordert, die ladinische Sprache bei den Olympischen Winterspielen 2026 sichtbar zu berücksichtigen. Zudem stand die Sichtbarkeit von Minderheitensprachen bei Großveranstaltungen im Mittelpunkt der NKS-Jahrestagung Ende Mai 2025 in Südtirol. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass dieses Anliegen weiterhin nicht umgesetzt ist.
Aus Sicht der NKS darf die Anerkennung autochthoner Minderheiten nicht vom Engagement der Minderheiten selbst abhängen. Internationale Großveranstaltungen tragen Verantwortung für den Umgang mit der sprachlichen und kulturellen Vielfalt der Austragungsregionen. Sichtbarkeit im öffentlichen Raum ist Teil dieser Verantwortung.

